Fastenzeit: 7 Tipps für ein nachhaltigeres Leben

17. Februar 2021, Mittwoch - Aschermittwoch: Traditionell beginnt am Aschermittwoch, dem Tag nach dem Faschingsdienstag die 40-tägige Fastenzeit. Doch genau wird gefastet, auf was macht es eigentlich wirklich Sinn zu Verzichten und warum ist dies auch in Zeiten einer weltweiten Pandemie machbar?! Zudem haben wir noch wertvolle Tipps, wie der Umstieg auf ein nachhaltigeres Leben ganz einfach gelingt.

Die Fastenzeit dauert heuer vom 17. Februar bis zum 3. April und endet damit wie jedes Jahr am Karsamstag. Viele nutzen die 40 Tage um ihre Neujahrs-Vorsätze endlich in die Tat umzusetzen. Sei es mit dem Rauchen aufzuhören, die letzten paar Kilos purzeln zu lassen, sich endlich gesünder zu ernähren, auf Alkohol und Zucker zu verzichten oder mehr auf zero waste zu achten. Wie man sieht, hat die Fastenzeit wenig mit einer klassischen Diät zu tun, viel mehr geht es um Verzicht im weitesten Sinn.

Fasten & Verzichten während Corona
Viele von uns durften im letzten Jahr gezwungenermaßen schon lernen was es heißt zu verzichten. Der Grundgedanke von "Verzicht" hat in den vergangenen Lockdowns, als es uns angeordnet wurde auf viele Freiheiten zu verzichten, eine ganz neue unangenehme Bedeutung bekommen. Deshalb sollte man jetzt nur Fasten und Verzichten wenn man sich psychisch und physisch dazu in der Lage fühlt. Wenn du in den letzten Jahren auf Süßigkeiten verzichtet hast, dann lass dir heuer doch diese Freude und versuche stattdessen mal Klimafasten.

Während der Fastenzeit wird traditionell freiwillig und bewusst gefastet um frei für neue Lebensgewohnheiten und Gedanken zu werden. Wie wäre es denn, mal einen Tag pro Woche auf die digitale Welt und den damit verbundenen psychischen Stress zu verzichten? Oder auf chemische Reinigungsmittel zu verzichten? Ein Umdenken über den eigenen Lebensstil, mehr auf Nachhaltigkeit zu achten, bietet sich perfekt für die Fastenzeit im Jahr 2021 an. Gerade weil wir durch Corona und die zahlreichen Lockdowns schon einen Anstoß in diese Richtung erleben durften.

Warum es in der Fastenzeit einfacher ist
Die zeitliche Begrenzung macht es uns prinzipiell einfach und motiviert uns auf etwas zu verzichten was uns normalerweise schwer fällt. Vieles was uns unangenehm oder anstrengend erscheint, schieben wir nur allzu gerne vor uns her. Dieses Phänomen kennen wohl viele. Unangenehme, langweilige, anstrengende Aufgaben können wir auch morgen lösen. Oder übermorgen. Vielleicht auch erst übernächste Woche. Mit der Fastenzeit haben wir einen vorgegeben Start und ein absehbares Ende. Das lässt es den Verzicht leichter durchhalten, weil wir uns gedanklich vorbereiten können. Wer beispielsweise mit dem Rauchen aufhören möchte, hat auch gute Chancen weit über die 40 Tage hinaus rauchfrei zu bleiben, wenn man es denn dann schon mal so lange geschafft hat.

Nachhaltiger Leben in kleinen Schritten
Der Umstieg auf ein nachhaltigeres Leben kann durchaus in kleinen Schritten erfolgen. Wir können nicht von einem Tag auf den anderen alles umstellen. Wichtig ist, dass wir unser Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit, Umwelt & Natur stärken. Wir haben 7 Tipps für dich, die du während der Fastenzeit umsetzen kannst. Einen Tipp für jede Woche bis Woche :)

  • Weniger Fleisch essen: Du musst nicht gleich deine komplette Ernährung umstellen. Ernähre dich 1 oder 2 Tage bewusst vegan. Die CO2 Emissionen von tierischen Produkten sind um ein vielfaches höher als von den meisten pflanzlichen Produkten.
  • Regional einkaufen: Viele, viele, viele Lebensmittel bekommt man auch beim kleinen Bio Hofladen, die vielleicht (noch) nicht auf deinem Speiseplan stehen. Nutze einen freien Nachmittag und schau dich mal bei regionalen, kleinen Geschäfen um und schau wie viele neue Lebensmittel du entdecken kannst.
  • Öfter das Auto stehen lassen: Geht in Zeiten von Homeoffice natürlich leichter als sonst. Die CO2 Emissionen steigen einzig beim Bereich Mobilität weiterhin stark an. Versuche daher doch auch mal einen kleinen Einkauf oder den Besuch bei den Eltern mit dem Fahrrad zu bestreiten. Da spart man sich gleich das, ohnehin geschlossene, Fitnesscenter ;)
  • Deinen Fußabdruck messen: Beim Online Rechner vom Bundesministerium für Klimaschutz kannst du deinen CO2 Fußabdruck messen. Aufgrund deiner Antworten wird ermittelt wie viel Flächenbedarf für deinen Lebensstil benötigt wird. Neben deinem Ergebnis erhälst du auch gleich wertvolle Tipps wie du deinen Lebensstil nachhaltig ändern kannst.
  • Unverpackt einkaufen: Warst du schon einmal in einem Unverpackt-Laden? Beim Greißler im 4. und im 7. Wiener Gemeindebezirk kannst du deine Lebensmittel lose, also ohne Verpackung kaufen. Entweder du nimmst deine eigenen Gefäße mit oder du leihst dir welche vor Ort. So kannst du auch nur genau die Menge einkaufen die du brauchst. Lebensmittel die nicht ohne Verpackung auskommen, werden in wiederverwendbaren (Pfand-)Gefäßen verkauft. Ein Besuch lohnt sich!
  • Generell auf unnötige Verpackungen verzichten: Du musst jetzt nicht zwingend in einen Unverpackt Laden gehen, auch bei deinem klassischen Supermarkt kannst du viel tun! Nimm zB deine eigenen Gemüsenetze mit, anstatt die Gemüsesackerl vor Ort zu nehmen. Kauf lieber lose Äpfel, statt denen im Plastiksack. Viele unserer Lebensmittel werden unnötigt oft verpackt, manche sogar doppelt oder dreifach.
  • Deinen Haushalt nachhaltiger gestalten: Wichtig sind unter Anderem nachhaltige und ökologische Putzmittel, die es mittlerweile auch in vielen größeren Drogeriemärkten zu kaufen gibt. In der Öko-Rein Datenbank der Umweltberatung, kannst du deine Reinigungsmittel überprüfen. Überleg dir ausserdem, wo bei dir zuhause der meiste Müll anfällt und wie du den vermeiden kannst. Viele Putzschwämme und Lappen gibt es auch zum Waschen und Wiederverwenden zu kaufen. So sparst du den Müll von Küchenrolle und Geschirrschwämmen. Lieber mal mit einem Handtuch das verschüttete Wasser aufwischen, statt die Küchenrolle zu nehmen. Oft sind es nur so kleine Angewohnheiten, die am Ende große Wirkung erzielen können.

Auf was möchtest du gerne in der Fastenzeit verzichten? Erzählt uns gerne auch davon, wenn ihr auf ein nachhaltigeres Leben umstellen wollt und wie ihr euch dabei tut. Was fällt euch besonders leicht, was ist etwas schwieriger?

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